Von der Materialauswahl bis zu den Durchbruchzeiten: 10 Tipps für sichere Laborhandschuhe.

Wer die folgenden Hinweise beachtet, kann das Verletzungsrisiko reduzieren und Laborprozesse gezielt verbessern. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Handschuhmarke StarGuard® haben wir deshalb einen Leitfaden zur optimalen Auswahl von Einmalhandschuhen für das Labor zusammengestellt.

„Diese zehn praktischen Tipps spiegeln unsere zehnjährige Erfahrung in der Entwicklung hochwertiger Laborhandschuhe wider, kombiniert mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Laborsicherheit“, sagt Benedikt Geldmacher-Voss, CEO von Starlab International. „Die richtige Handschuhwahl erfordert ein Verständnis von Leistungsstandards, Materialeigenschaften und anwendungsspezifischen Anforderungen – Wissen, das wir mit der wissenschaftlichen Community teilen möchten.“

  • Personal protective equipment for laboratory work
  • Three types of laboratory glove material
  • Stopwatch showing 480 minutes, illustrating glove breakthrough time
  • Hands wearing laboratory gloves
  • Choosing the right glove size
  • Allergy warning icon for glove materials
  • Putting on laboratory gloves correctly
  • Checking gloves for damage before use
  • Storing gloves correctly
  • Checking the glove expiration date

    Achten Sie darauf, dass Ihre Laborhandschuhe als persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kategorie III zertifiziert sind. Dabei ist die PSA der Kategorie III für den Schutz vor Risiken ausgelegt, die tödliche oder irreversible Folgen haben können. Deshalb ist sie bei Laborarbeiten mit Chemikalien und biologischen Gefahrstoffen unverzichtbar. Für diese Kategorie ist eine regelmäßige externe Prüfung durch eine benannte Stelle vorgeschrieben. Auf der Verpackung muss neben der CE-Kennzeichnung die vierstellige Kennnummer der benannten Stelle angegeben sein. Fehlt diese Nummer, sind die Handschuhe nicht als PSA der Kategorie III ausgewiesen und für entsprechende Laboranwendungen nicht geeignet.

    Handschuhe der PSA-Kategorie III bieten je nach Produkt Schutz vor chemischen Risiken und Mikroorganismen. Maßgeblich sind dabei unter anderem die Normen EN ISO 374-1:2016+A1:2018 für chemische Risiken und EN ISO 374-5:2016 für den Schutz vor Mikroorganismen. Prüfen Sie stets die konkrete Kennzeichnung und die Herstellerangaben des jeweiligen Produkts.

    Prüfen Sie beim Umgang mit Chemikalien immer das Sicherheitsdatenblatt (SDB) sowie die Durchbruchzeiten-Tabelle des Handschuhherstellers.

    • Nitril: bietet zuverlässigen Schutz vor vielen Ölen, Fetten, Säuren und Laugen im pH-Bereich 4–10. Bei organischen Lösungsmitteln ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Bei Stoffen wie Aceton kann die Durchbruchzeit bei dünnen Handschuhen mit einer Materialstärke von 0,13 mm weniger als eine Minute betragen.
    • Latex: überzeugt durch seine hohe Elastizität und ein gutes Tastempfinden. Dadurch eignet es sich besonders für präzise biologische Arbeiten. Der Nachteil: Nach Angaben der European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) sind zwischen 1 und 1,37 Prozent der europäischen Allgemeinbevölkerung von einer Latexallergie betroffen. Bei medizinischem Personal liegen die Werte meist höher. Gegenüber organischen Lösungsmitteln, Ölen und Fetten bietet Latex nur begrenzten Schutz.
    • Neopren: bietet einen hohen Schutz gegenüber starken Säuren und Laugen im pH-Bereich von 11 bis 14, Phenolen und bestimmten anorganischen Lösungsmitteln. Es kann daher eine geeignete Wahl für den Umgang mit aggressiven Chemikalien sein. Neopren-Handschuhe sind jedoch nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet und weisen bei organischen Lösungsmitteln eine schlechte Leistungsfähigkeit auf.

    Orientieren Sie sich an den Durchbruchzeittabellen des Herstellers. Denn: Ist die Chemikalie erst einmal auf der Haut, ist es zu spät. Eine Durchbruchzeit von 30 Minuten gilt als Standardschutz, während 240 Minuten einem sehr hohen Schutz entsprechen. Der Prüfbereich nach EN 16523 reicht von 0 bis 480 Minuten. Einmalhandschuhe bieten in vielen Anwendungen vor allem Spritzschutz. Sie müssen unverzüglich gewechselt werden, wenn sie mit einer Chemikalie in Kontakt gekommen sind. Durchbruchzeiten dienen daher ausschließlich als Orientierung und ersetzen keine Gefährdungsbeurteilung.

    Die Durchbruchzeit wird unter kontrollierten Laborbedingungen ermittelt, die reale Arbeitssituationen nur begrenzt abbilden. In der Praxis können die tatsächlichen Werte deutlich niedriger ausfallen. Umgebungstemperatur und mechanische Belastungen durch Handbewegungen können die Schutzwirkung verringern. Tools wie StarGuard® Select unterstützen dabei, schnell den passenden Schutzhandschuh zu finden. Geben Sie einfach bis zu fünf Chemikalien in das Online-Tool ein. Auf Basis umfangreicher Durchbruchzeitentests ermittelt es anschließend die am besten geeigneten Handschuhe.

    Sicherheit und Tragekomfort müssen ausgewogen sein. Verwenden Sie dünnere Handschuhe (4–5 mil ≈ 0,10–0,13 mm), wenn Fingerfertigkeit entscheidend ist, und dickere Handschuhe (8+ mil ≈ 0,20 mm), wenn der chemische Schutz im Vordergrund steht.

    Zu enge Handschuhe können die Hände ermüden und die Beweglichkeit einschränken. Sitzen die Handschuhe dagegen zu locker, leiden Fingerfertigkeit und Effizienz. Außerdem steigt das Risiko für Unfälle und Verschüttungen. Zu weite Handschuhe können sich zudem in Laborgeräten verfangen.

    Studien des US Bureau of Labor Statistics zeigen, dass bei 30 % der Handverletzungen ungeeignete, beschädigte oder nicht für die jeweilige Gefahr geeignete Handschuhe getragen wurden. Grundsätzlich gilt: Der Handschuh sollte eng, aber nicht straff sitzen, an den Fingern keine Falten bilden und am Handgelenk 2 bis 3 cm Spielraum lassen.

    Latexallergien können von einem leichten Hautausschlag bis zu einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie reichen. Wenn eine Person im Labor allergisch auf Latex reagiert, sollten Latexhandschuhe vollständig vermieden werden.
    Grundsätzlich kann jedes Handschuhmaterial Hautreizungen oder Sensibilisierungen auslösen. Häufig sind dafür chemische Beschleuniger verantwortlich, die bei der Herstellung von Handschuhen eingesetzt werden. Produkte wie StarGuard® Sensitive sind frei von Beschleunigern, tragen die FDA-Kennzeichnung „Low Dermatitis Potential“ und wurden klinisch auf ihre Hautverträglichkeit geprüft.

    Wechseln Sie Einmalhandschuhe mindestens alle 2 bis 3 Stunden. Tauschen Sie sie außerdem sofort aus, wenn sie sichtbar kontaminiert, beschädigt oder mit Chemikalien in Kontakt gekommen sind. So lässt sich die Schutzwirkung zuverlässig aufrechterhalten. Die konkreten Wechselintervalle sollten immer an die Tätigkeit, die verwendeten Stoffe und die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung angepasst werden.

    Prüfen Sie die Handschuhe vor dem Gebrauch durch eine Sichtkontrolle. Achten Sie auf Verfärbungen, spröde Stellen, Risse, Löcher und Veränderungen der Oberflächenstruktur. Solche Schäden können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Bei bestimmten Handschuhen kann zusätzlich eine Dichtigkeitsprüfung, beispielsweise durch vorsichtiges Aufblasen, dabei helfen, Mikrolöcher zu erkennen. Befolgen Sie dabei die Vorgaben des Herstellers und entsorgen Sie beschädigte Handschuhe umgehend.

    Führen Sie ein gestuftes Handschuh-Lagersystem ein, welches Ihnen dabei hilft, Sicherheit und Budget miteinander in Einklang zu bringen. Reservieren Sie leistungsstarke und teurere Chemikalienschutzhandschuhe für Hochrisikoaufgaben mit Gefahrstoffen. Für Routinearbeiten können Sie kostengünstigere Allzweckhandschuhe einsetzen, sofern sie für die jeweilige Tätigkeit geeignet sind. Damit verbessert dieser Ansatz die Kosteneffizienz, indem Spezialhandschuhe nicht unnötig für Aufgaben mit geringem Risiko verwendet werden. Gleichzeitig stellen Sie sicher, dass jede Tätigkeit mit dem passenden Schutzniveau ausgeführt wird.

    Die beste Produktqualität nützt wenig, wenn Handschuhe falsch gelagert werden. Bewahren Sie Einmalhandschuhe an einem trockenen, kühlen und lichtgeschützten Ort auf, idealerweise bei 10 bis 30 °C. Direkte Sonneneinstrahlung, die Nähe zu Heizquellen und eine hohe Luftfeuchtigkeit können den Materialabbau beschleunigen. Dadurch können Fingerfertigkeit und Schutzniveau der Handschuhe deutlich abnehmen.

    Achten Sie außerdem auf das auf der Verpackung angegebene Verfallsdatum. Es definiert den Zeitraum, in dem die vom Hersteller zugesicherten Produkteigenschaften bei sachgemäßer Lagerung erhalten bleiben.

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    Tipps und mehr.

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